Pflegende Angehörige

Pflege kann nur gut gehen, wenn es den Pflegenden selbst gut geht.

Heike Jansen

Was verstehen wir unter pflegenden Angehörigen?

Angehörige werden auf Wikipedia folgendermassen definiert:

"Als einen Angehörigen bezeichnet man eine zu einer anderen Person oder zu einer Gruppe von Personen in einem besonderen rechtlichen oder soziologischen Verhältnis stehende Person, wenn man dieses besondere Verhältnis hervorheben will. Zumeist sind Personen gemeint, die in engem familiären oder persönlichen Verhältnis zueinander stehen. Der Begriff ist weiter als der der Familie."

Pflegende Angehörige sind jedoch noch etwas mehr als nur jemand, der in einem besonderen rechtlichen oder soziologischen Verhältnis zu einem Kranken steht. Sie sind nicht nur Angehörige, sondern sie sind auch "Zugehörige". Sie gehören zum Umfeld des Kranken und übernehmen in seinem Alltag eine entscheidende (pflegerische oder betreuende) Funktion.

In einer neuen Informationsbroschüre zeigt das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit die Bedeutung der pflegenden Angehörigen für das Gesundheitswesen des Kantons auf. Die Broschüre vermittelt umfangreiche Informationen für pflegende Angehörige.
Broschüre "Pflegende Angehörige in Graubünden"

Das Schweizerische Rote Kreuz hat eine Internetplattform zum Thema pflegende Angehörige und Entlastung aufgeschaltet.
pflege-entlastung.ch

 

Motivation für die Pflege von Angehörigen

Die am häufigsten genannten Gründe sind:

  • Pflege und Betreuung eines Partners, einer Partnerin oder eines Kindes: Liebe und Zuneigung.
  • Pflege der Eltern, man möchte zurückgeben, was man früher selber an Fürsorge und Begleitung erfahren hat: Dankbarkeit und Pflichtgefühl.
  • Finanzielle Gründe
  • Kulturelle Selbstverständlichkeit: gilt in der entsprechenden Gesellschaft als Norm.

 

Wahrnehmung pflegender Angehöriger

Pflegende Angehörige werden von Aussenstehenden oft erst wahrgenommen, wenn das System zusammenbricht, ein Angehöriger selber erkrankt, verunfallt oder völlig erschöpft ist. Aus einer Studie des Spitex-Verbandes Schweiz geht hervor, dass Angehörige zwischen 60 Stunden (Partner und Partnerinnen) und 27 Stunden (Töchter und Söhne) in die Unterstützung investieren. Auch wenn die ökonomische Berechnung für die Arbeit von pflegenden Angehörigen schwierig ist, geht François Höpflinger in seinen 2007 veröffentlichten Studien davon aus, dass der öffentlichen Hand jährlich Kosten von über drei Milliarden Franken entstehen würden, wenn der "grösste Pflegedienst der Welt" den Generalstreik ausrufen würde.

 

Angebote für pflegende Angehörige in Graubünden

Anstellung durch Spitex-Dienste
Öffentliche Spitex-Dienste können pflegende Angehörige als Mitarbeitende anstellen. Als minimale Voraussetzung wird dabei der Pflegehelferkurs des Roten Kreuzes verlangt.

Entlastung durch Spitex-Dienste
Spitex-Dienste übernehmen die Aufgaben von pflegenden Angehörigen im Sinne einer Entlastung, indem sie einzelne Aufgaben der Pflege und Betreuung übernehmen. Bei sehr komplexen Situationen kann ein Entlastungseinsatz auch auf regelmässige tageweise Einsätze ausgedehnt werden.

Tages- und Nachtstrukturen durch Spitex-Dienste oder Alters- und Pflegeheime

Ferienbetten in Alters- und Pflegeheimen (Suche nach dem geeigneten Angebot)

Ferienangebot durch die Alzheimervereinigung Sektion Graubünden für Menschen mit Demenz und ihre betreuenden Angehörigen

Gesprächsgruppen der Pro Senectute, des Roten Kreuzes oder der Alzheimervereinigung Sektion Graubünden

Ponte - Begleitung für pflegende und betreuende Angehörige
Rotkreuz-Freiwillige begleiten Sie als Vertrauensperson und können Sie bei der Koordination und Organisation Ihrer Betreuungs- und Pflegeaufgabe unterstützen.
Diese kostenlose Dienstleistung steht in fast allen Regionen Graubündens zur Verfügung. 
Hier erfahren Sie mehr über «Ponte - Begleitung für pflegende und betreuende Angehörige» und über den aktuellen Stand in Ihrer Nähe.

CURVITA - Der Verein für pflegende Angehörige
CURVITA engagiert sich für pflegende Angehörige mit dem Ziel, deren Lebensqualität massgeblich zu verbessern. Dies möchte der Verein für pflegende Angehörige erreichen durch:
Information, Unterstützung und Begleitung von pflegenden Angehörigen;
Kompetenzaufbau durch Schulungsangebote (Kurse, Weiterbildungen, Fachtagungen);
Erfahrungsaustausch und Vernetzung zwischen Pflegenden Angehörigen, Experten und Institutionen;
Aufklärung, Sensibilisierung und Information zum Thema pflegende Angehörige in der Gesellschaft
Hier erfahren Sie mehr über CURVITA - Der Verein für pflegende Angehörige.

 

Entlastungsangebote durch Spitex-Dienste und Alters- und Pflegeheime
Krankenpflegegesetz
Verordnung zum Krankenpflegegesetz
Merkblatt Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten für direkt angestelltes Personal
Pro-Senectute-Gesprächsgruppen
Schweizerisches Rotes Kreuz Graubünden
Alzheimervereinigung Graubünden

Handbuch ältere Angehörige betreuen und pflegen, Pro Senectute Graubünden
DVD "Zwischen Wunsch und Verpflichtung" - Angehörige begleiten und pflegen, Familien- und Frauengesundheit Videoproduktion
Nationale Online-Plattform Info-Workcare.ch