Palliative Care

Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben.

Cicely Saunders

Palliative Care ist die internationale Bezeichnung für eine palliative Behandlung, Pflege und Begleitung. Palliative Care wendet sich an Menschen, die sich in der Auseinandersetzung und im Erleben einer schweren oder chronisch fortschreitenden Krankheit, eines multimorbid begleiteten Alterungsprozesses oder in der Sterbephase befinden. Mit Palliative Care soll den betroffenen Menschen wie auch ihren (pflegenden) Angehörigen bis zuletzt die bestmögliche Lebensqualität zuteilwerden. Die Lebensqualität bezieht sich nicht nur auf die Linderung belastender Symptome wie beispielsweise Schmerzen oder Atemnot, sondern stellt stets den Menschen als Ganzheit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Zentraler Aspekt der Palliative Care ist es, den Menschen in seiner Ganzheit wahrzunehmen, ihn ganzheitlich zu behandeln, zu pflegen und ihn und sein Umfeld zu begleiten. Körperliche, psychosoziale, geistige, kulturelle und spirituelle Lebensbereiche der betroffenen Menschen wie auch von ihrem engen Umfeld werden in die Behandlung, Pflege und Begleitung miteinbezogen. Eine ganzheitliche Betreuung erfordert eine gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufs- und Fachpersonen, Freiwilligen und den Organisationen untereinander.

 Für ein gutes Leben bis zuletzt lautet die Leitidee für die Angebote von Palliative Care in Graubünden.

Gemäss Art. 20 des Gesundheitsgesetzes Graubünden, der sich auf die Rechte der Patientinnen und Patienten in Kliniken und Spitäler bezieht, haben unheilbar Kranke und sterbende Menschen Anrecht auf eine angemessene Pflege und Begleitung in dieser Lebensphase. Diese Bestimmung gilt nicht nur für Spitäler und Kliniken, sondern sinngemäss für alle Einrichtungen der Pflege und Betreuung.

 

Palliative Graubünden

Palliative gr setzt sich dafür ein, dass Palliative Care rechtzeitig, umfassend und unkompliziert für alle Menschen in einer fortgeschrittenen palliativen Betreuungssituation und deren Angehörigen im Kanton Graubünden verfügbar und zugänglich sein muss. Wenn immer möglich, soll dies am Orte der Wahl der betroffenen Person erfolgen. Das Ausmass und die Intensität der Betreuung und Begleitung können individuell variieren und entsprechen den Bedürfnissen der Betroffenen.

palliative gr
Broschüren
FOKUS palliative gr
Positionspapier Assistierter Suizid
Sämtliche Broschüren können bei palliative gr bestellt werden www.palliative-gr.ch

palliative ch

 

Palliativer Brückendienst Graubünden

Der Palliative Brückendienst Graubünden ist ein ambulanter Dienst für die palliative Betreuung zu Hause oder im Langzeitpflegebereich. Ein spezialisiertes Palliative-Care-Team bietet pflegerische, ärztliche und seelsorgerische Dienstleistungen auf Expertenniveau an.

Der Palliative Brückendienst Graubünden ist nicht involviert in die direkte Pflege und Betreuung. Schwerpunkt des Palliativen Brückendienstes Graubünden ist die Beratung und Instruktion von Angehörigen, Spitex-Diensten, Alters- und Pflegeheimen sowie Hausärztinnen und Hausärzten rund um Fragen zu Palliative Care. Ziel ist die Befähigung von Angehörigen, Spitex-Diensten oder Alters- und Pflegeheimen, ähnlich gestaltete Situationen zunehmend selbst übernehmen zu können.

Flyer Palliativer Brückendienst Graubünden

 

Der Palliative Brückendienst Graubünden startete am 01.01.2013 als Pilotprojekt. Für diese Pilotphase übernahm die Geschäftsleitung der Spitex Foppa, Ilanz, im Mandat die Geschäftsführung des Palliativen Brückendienstes Graubünden. Per 1. Januar 2017 wurde die strategische Leitung des überregionalen Spitexdienstes für komplexe palliative Situationen dem Verein palliative gr übertragen und geht nun von der Projektphase in den Regelbetrieb über.

Pilotprojekt 2013 - 2015

 

Palliative Care in den Institutionen in Graubünden

Spitex-Dienste, Alters- und Pflegeheime sowie Akutspitäler stehen immer wieder vor der grossen Herausforderung, Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu betreuen. Um die vielfältigen Bedürfnisse dieser Menschen erfassen und adäquate Massnahmen einleiten zu können, sind interdisziplinäre Teams gefragt. Neben den medizinischen und pflegerischen Angeboten gehört die psychologische und spirituelle Begleitung zu den Bestandteilen von Palliative Care.

Alle Institutionen in Graubünden, die eine Betriebsbewilligung des Kantons nachweisen, sind verpflichtet aufzuzeigen, wie sie die palliative Pflege und Betreuung der Patientinnen und Patienten sicherstellen. Sie tun dies, indem sie Fachpersonen für die komplexe Pflege und Betreuung einsetzen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit qualifizierten Partnern nutzen.

 

Spezialisierte Palliative Care

Die Palliative Care Abteilung ist ein Teil der Inneren Medizin des Kantonsspitals Graubünden mit dem Standort Fontana. Palliative Care will bei einer fortschreitenden, unheilbaren Erkrankung das Leiden der Betroffenen lindern, die bestmögliche Lebensqualität sichern und ein Sterben in Würde ermöglichen. Patienten mit einer unheilbaren Erkrankung oder chronischen Schmerzen können in der Palliative Care Abteilung interdisziplinär umfassend betreut werden. Neben der Behandlung körperlicher Beschwerden, die im Zusammenhang mit unheilbaren Erkrankungen auftreten, wird auch ein besonderes Augenmerk auf spirituelle und seelische Probleme und Bedürfnisse der Patienten und deren Angehörige gelegt. Der Aufenthalt auf der Palliative Care Abteilung soll eine Rückkehr in die vom Patienten bevorzugte Umgebung ermöglichen.

In Ergänzung zur Bettenstation gibt es auch eine ambulante Sprechstunde als Unterstützung, in welcher Patienten betreut werden.

Palliative Care Abteilung Kantonsspital Graubünden

 

TECUM - Freiwilligenarbeit in der Palliative Care

TECUM wurde im März 2000 gegründet und ist ein Verein, der Schwerkranke und Sterbende sowie deren Angehörige während eines schweren Lebensabschnittes unterstützt. Die freiwilligen Begleiterinnen und Begleiter schenken ihre Zeit und Aufmerksamkeit und geben den Betroffenen und Angehörigen Sicherheit und Kraft. Ihnen ist es wichtig, dass Menschen nicht allein sind, in Würde sterben und bei einer schweren Krankheit gut begleitet sind.

Die freiwilligen Mitarbeiter entlasten die Angehörigen und das Pflegepersonal. Für Angehörige kann es schwer werden, sich über längere Zeit ständig ihren schwerkranken oder sterbenden Familienmitgliedern zu widmen. Auch das Pflegepersonal in den Heimen oder Spitälern kann nicht eine ganze Nacht bei den Patienten verbringen.

Hier stehen die freiwilligen Helferinnen und Helfer von TECUM zur Verfügung. Am Tag, wie auch in der Nacht. Zu Hause, im Heim oder im Spital.

TECUM Graubünden

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